Eine Gruppe von 26 Personen steht lächelnd auf einer Holztreppe in einem modernen Gebäude.

23.02.2026

Ergebnisbericht

Hintergrund
Das zentrale Ziel des Projekts Kreislaufwirtschaft in der Bioökonomie in Weser - Ems besteht darin, die Kreislaufwirtschaft in der Region Weser innerhalb der nächsten drei Jahre gezielt weiterzuentwickeln. Der Fokus liegt dabei auf der Landwirtschaft und der Ernährungswirtschaft. Dies soll zur Stärkung der regionalen Wertschöpfung beitragen und neue Zukunftsperspektiven für Unternehmen und Akt eure schaffen. Der Ergebnisbericht dokumentiert die im Rahmen des Strategieworkshops erarbeiteten Kommentare und Anregungen für des Regionalmanagement Kreislaufwirtschaft in der Bioökonomie in Weser - Ems . Ziel des Strategieworkshops war es, erste Umsetzungsideen für konkrete Handlungsschwerpunkte und die Weiterentwicklung des Projekts zu erarbeiten.
Teilnehmerliste
Hr. Marcus Adrians (Veravis GmbH )
Hr. Bajo Bajovic (Leiber GmbH )
Hr. Dr. Benedikt Beckermann (LK Vechta )
Fr. Sandra Cichon (LK Grafschaft Bentheim)
Hr. Jürgen Dirkes (ECOS Consult GmbH )
Hr. Jonas Dreckmann (Wernsing Feinkost GmbH )
H r. Robert Everwand (Agrotech Valley Forum e .V.)
Hr. Jürgen Focke (OOWV )
Fr. Dr. Lina Sofie von Fricken (Big Dutchman AG (Holding) )
Hr. Ingo Große-Kracht (LK Osnabrück)
Fr. Saralena Gülker (Runden Group GmbH & Co. KG)
Fr. Anna Loraine Hartmann (Niedersachsen.Next)
Hr. Ralf Hilmes (LK Grafschaft Bentheim Wirtschaftsförderung)
Hr. Dr. Holger Janßen (Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems)
Fr. Anna Kebschull (LK Osnabrück)
Hr. Dr. Michael Kiehl (LK Ems)
Hr. Christian Kircher (Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik)
Hr. Paul Krampe (Vogelsang GmbH & Co. KG)
Hr. Dr. Marc-Alexander Liebold (LUFA Nord-West)
Hr. Ansgar Mayer (LK Cloppenburg)
Wilhelm Meemken (ECOS Consult GmbH)
Theresa Ottmann (Agrotech Valley Forum e.V.)
Fr. Dr. Stephanie Pohl (Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung)
Fr. Dr. Sabine Rahn (Veravis GmbH)
Fr. Johanna Schilling (ECOS Consult GmbH)
Hr. Tim Siebert (Seedhouse Accelerator GmbH)
Hr. Florian Stöhr (Seedhouse Accelerator GmbH)
Hr. Patrick Ulbert (WIGOS Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrück Land GmbH)
Hr. Hannes Wessels (Trocknungswerk Sögel GmbH)
Programmablauf
Gesamtzusammenfassung
Der Strategieworkshop diente dazu, zentrale Handlungsschwerpunkte, Bedarfe und erste Umsetzungsschritte für die Weiterentwicklung des Projekts herauszuarbeiten. In ihrem Grußwort betonte Frau Kebschull, dass Transformation nur gemeinsam gelingt und es darum gehe, konkrete Projekte statt Papierkonzepte zu ermöglichen. Nach einer kurzen Einführung in Projektstruktur und laufende Aktivitäten arbeiteten die Teilnehmenden in zwei Work-Café-Runden zu zentralen Themen. Ergänzt wurde dies durch eine Abstimmung zu Name und Logo. Das ausgewählte Logo wurde anschließend gemäß dem Teilnehmenden-Feedback leicht angepasst und wird künftig gemeinsam mit dem Claim „Kreisläufe schliessen, Werte schaffen“ verwendet. Zudem wurde die Stakeholder-Map weiterentwickelt. Grundlage bildeten fünf Ansatzpunkte des Projekts: technologische Innovation, neue Produkte und Geschäftsmodelle, Zusammenarbeit mit Start-ups, eine digitale Plattform zu Neben- und Restströmen sowie Bildung und Bewusstseinsbildung zur Kreislaufwirtschaft. Die Arbeitsgruppe 1 („Information, Wissensvermittlung und Beratung“) entwickelte Ideen für praxisorientierte Austausch- und Qualifizierungsformate wie Workshops, Exkursionen, Webinare und Beratungsangebote. Relevante Themenfelder umfassen Regulatorik, Logistik, Wirtschaftlichkeit, Recyclingtechnologien und biobasierte Produktentwicklung. Als Erfolgsfaktoren wurden u. a. neue Best Practices, geschlossene Stoffkreisläufe, Abbau von Hemmnissen und die Entstehung neuer Kooperationen benannt.
Die Arbeitsgruppe 2 („Digitale Plattformen zu Restströmen“) diskutierte Anforderungen an eine regionale Plattform für Nebenströme. Genannte Potenziale liegen in mehr Transparenz, effizienteren Verwertungswegen und reduzierten Entsorgungskosten. Herausforderungen bestehen v. a. in fehlenden Daten, geringer Vernetzung und der komplexen Abbildung von CO₂-Einsparungen. Chancen ergeben sich durch verifizierbare CO₂-Werte, nachvollziehbare Konversionswege und potenziell handelbare Gutschriften.
Die Arbeitsgruppe 3 („Unternehmensvernetzung, Innovationsförderung, Pilotprojekte“) zeigte, dass Kooperationen bislang durch fehlendes Bewusstsein, Transparenz und regulatorische Unsicherheiten gehemmt werden. Gleichzeitig wurden konkrete Potenziale sichtbar – u. a. gemeinsame Logistik, Energiesymbiosen (z. B. Wärmeverbund zwischen Schlachthof und Biogasanlage), hochwertige Reststoffverwertung, Design-for-Recycling sowie forschungsgetriebene Pilotprojekte.
Die Arbeitsgruppe 4 („Wirtschaftsfördernde Aktivitäten“) betonte die Bedeutung der regionalen Wirtschaftsförderungen als Multiplikatoren und Vernetzer. Wichtige Aufgaben sind feste Ansprechpartner, abgestimmte Kommunikation, der Zugang insbesondere zu KMU sowie die Initiierung neuer Kooperationen. Vorgesehen sind ein gemeinsamer Auftakt 2026, Netzwerkaufbau, Sensibilisierungsarbeit ab 2027 und eine fortlaufende Weiterentwicklung der Aktivitäten.
Vorstellung der Unternehmen : laufende Aktivitäten und offene Problemstellungen
Big Dutchman AG (Vechta) :
  • Hightech - Lösungen für Tierhaltung, Insektenzucht, Gewächshaus - und Agrarsysteme
  • Relevante Themen : Nachhaltigkeit, Nährstoffmanagement, Kompostierungsanlagen, Kreislaufführung eigener Produkte
  • Herausforderungen : Kunststoffanteile in eigenen Produkten (z.B. Kotbänder)
  • Poten tial für zukünftige Rückführung dieser Materilaien ; Nebenstrommengen bei Kunden
DMK Group (GMHütte, Everswinkel, Holdorf, … ) :
  • Deutschlands größte Molkereigenossenschaft (MILRAM, Oldenburger, Humana)
  • Relevante Themen : Nebenströme der Milchverarbeitung
e lea (Quakenbrück) :
  • Lebensmittelbearbeitung mittels PEF - Verfahren
Leiber (Bramsche) :
  • Veredlung von Bierhefe; nutzt Nebenströme aus Brauereien für Tiernahrung, Lebensmittel und Biomasse
  • Relevante Themen : Abfallvermeidung; Nebenstrom - zu- Hauptstrom -Strategien; Kooperationserfahrungen (RealiseBio - Projekt)
  • Herausforderungen : Logistik
Ovobest (Neuenkirchen - Vörden) :
  • Verarbeitung von Eiprodukten
  • Relevante Themen : Nebenströme aus der Eierverarbeitung
Runden Group (Damme) :
  • Mehrweg-Services & Kreislaufprodukte für die Lebensmittelindustrie; Logistik; 9 Tochtergesellschaften
  • Relevante Themen : Mehrweg - und Verpackungssyssteme, Tracking von Verpackungen, Recyclingqualität
  • Herausforderungen : ca. 2% Verlustquote im Verpackungstracking; Bedeutung von Aufklärung gegen Downcycling; Umstellung auf nicht - fossile Materialien
Trocknungswerk Sögel (Sögel) :
  • Verwertung von Backwaren - und Süßwarennebenströmen zu Futtermitteln; Proteinrückgewinnung aus entsorgter Hafermilch
  • Relevante Themen : Nutzung von Reststoffströmen aus der Lebensmittelindustrie, proteinbasierte Verwertung
  • Herausforderungen : Logistik, Transformationsziel CO2 - Neutralität in 5 - 10 Jahren
Veravis / AGRAVIS Group (Münster/Melle ) :
  • Landtechnikhandel; Kraftfutterherstellung
  • Relevante Themen: Nebenströme wie Getreide und Kalk Vogelsang
  • (Essen/Oldenburg): Agrartechnik, Biogas - und Kläranlagentechnik; Zerkleinerungssysteme
  • Relevante Themen: Torfersatzstoffe aus Gärresten; nachhaltige Systemlösungen
  • Herausforderungen: Erkenntnisgewinn, wie bestehende Konzepte weiter verbessert werden können
Wernsing (Essen/Oldenburg):
  • Lebensmittelhersteller (Kartoffelprodukte, Salate, Saucen)
  • Relevante Themen : Nutzung von Nebenströmen (z.B. Stärke, Schälwasser); biobasierte Verpackungen; Mehrwegsysteme; Wasser - & Energieffizienz)
  • Herausforderungen : Logistik; Verpackungen

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