Der Strategieworkshop diente dazu, zentrale Handlungsschwerpunkte, Bedarfe und erste Umsetzungsschritte für die Weiterentwicklung des Projekts herauszuarbeiten. In ihrem Grußwort betonte Frau Kebschull, dass Transformation nur gemeinsam gelingt und es darum gehe, konkrete Projekte statt Papierkonzepte zu ermöglichen. Nach einer kurzen Einführung in Projektstruktur und laufende Aktivitäten arbeiteten die Teilnehmenden in zwei Work-Café-Runden zu zentralen Themen. Ergänzt wurde dies durch eine Abstimmung zu Name und Logo. Das ausgewählte Logo wurde anschließend gemäß dem Teilnehmenden-Feedback leicht angepasst und wird künftig gemeinsam mit dem Claim „Kreisläufe schliessen, Werte schaffen“ verwendet. Zudem wurde die Stakeholder-Map weiterentwickelt. Grundlage bildeten fünf Ansatzpunkte des Projekts: technologische Innovation, neue Produkte und Geschäftsmodelle, Zusammenarbeit mit Start-ups, eine digitale Plattform zu Neben- und Restströmen sowie Bildung und Bewusstseinsbildung zur Kreislaufwirtschaft.
Die Arbeitsgruppe 1 („Information, Wissensvermittlung und Beratung“) entwickelte Ideen für praxisorientierte Austausch- und Qualifizierungsformate wie Workshops, Exkursionen, Webinare und Beratungsangebote. Relevante Themenfelder umfassen Regulatorik, Logistik, Wirtschaftlichkeit, Recyclingtechnologien und biobasierte Produktentwicklung. Als Erfolgsfaktoren wurden u. a. neue Best Practices, geschlossene Stoffkreisläufe, Abbau von Hemmnissen und die Entstehung neuer Kooperationen benannt.
Die Arbeitsgruppe 2 („Digitale Plattformen zu Restströmen“) diskutierte Anforderungen an eine regionale Plattform für Nebenströme. Genannte Potenziale liegen in mehr Transparenz, effizienteren Verwertungswegen und reduzierten Entsorgungskosten. Herausforderungen bestehen v. a. in fehlenden Daten, geringer Vernetzung und der komplexen Abbildung von CO₂-Einsparungen. Chancen ergeben sich durch verifizierbare CO₂-Werte, nachvollziehbare Konversionswege und potenziell handelbare Gutschriften.
Die Arbeitsgruppe 3 („Unternehmensvernetzung, Innovationsförderung, Pilotprojekte“) zeigte, dass Kooperationen bislang durch fehlendes Bewusstsein, Transparenz und regulatorische Unsicherheiten gehemmt werden. Gleichzeitig wurden konkrete Potenziale sichtbar – u. a. gemeinsame Logistik, Energiesymbiosen (z. B. Wärmeverbund zwischen Schlachthof und Biogasanlage), hochwertige Reststoffverwertung, Design-for-Recycling sowie forschungsgetriebene Pilotprojekte.
Die Arbeitsgruppe 4 („Wirtschaftsfördernde Aktivitäten“) betonte die Bedeutung der regionalen Wirtschaftsförderungen als Multiplikatoren und Vernetzer. Wichtige Aufgaben sind feste Ansprechpartner, abgestimmte Kommunikation, der Zugang insbesondere zu KMU sowie die Initiierung neuer Kooperationen. Vorgesehen sind ein gemeinsamer Auftakt 2026, Netzwerkaufbau, Sensibilisierungsarbeit ab 2027 und eine fortlaufende Weiterentwicklung der Aktivitäten.